Ich habe Pilotprojekte gesehen die funktioniert haben, und solche die es nicht haben. Selten lag es an der Qualität des Modells oder der Infrastruktur. Fast immer lag es an Entscheidungen, die vor dem Start getroffen - oder nicht getroffen - wurden.
Hier sind die drei Fehler, die ich am häufigsten sehe.
Fehler 1: Zu viel auf einmal automatisieren wollen
„Wenn wir schon anfangen, dann richtig." Das ist ein verständlicher Impuls. Und er führt zu Projekten, die zu groß werden, zu lange dauern, und am Ende niemanden mehr überzeugen - weil niemand mehr weiß, was eigentlich das Ziel war.
Ein KI-Pilot ist kein Transformationsprojekt. Er ist ein Beweis. Der Beweis, dass ein bestimmter Agent einen bestimmten Prozess besser als bisher erledigen kann - messbar, nachvollziehbar, innerhalb eines überschaubaren Zeitraums.
Wer mit drei Prozessen gleichzeitig startet, misst am Ende keinen davon richtig. Wer mit einem startet und Ergebnisse sieht, hat eine Grundlage für alles weitere.
Die Lösung: Einen Prozess auswählen. Den wichtigsten, nicht den einfachsten. Und den Pilot darauf beschränken.
Fehler 2: Das Team nicht einbinden
KI-Projekte werden meistens von oben entschieden. Das ist richtig - es braucht eine Entscheidung des Geschäftsführers. Aber dann verschwinden sie oft in der IT oder bei einem Dienstleister, bis sie fertig sind. Und dann werden sie den Disponenten präsentiert, die sie ab sofort nutzen sollen.
Das funktioniert selten.
Die Menschen, die täglich mit dem Prozess arbeiten, wissen am besten was ein Agent können muss. Sie kennen die Ausnahmen die in keiner Dokumentation stehen. Und sie entscheiden letztlich ob sie dem Agenten vertrauen - unabhängig davon wie gut er technisch funktioniert.
Ein Disponent, der von Anfang an Teil des Projekts war, der seine eigenen Beispiele eingebracht hat und gesehen hat wie der Agent daraus lernt, ist kein Skeptiker. Er ist ein interner Fürsprecher.
Die Lösung: Eine Person aus dem operativen Team von Beginn an einbinden. Nicht als Tester am Ende, sondern als Wissensquelle von Anfang an.
Fehler 3: Keinen Plan für den Moment nach dem Pilot haben
Viele Piloten enden mit einem guten Ergebnis - und dann passiert nichts. Weil niemand vorher entschieden hat, was nach dem Pilot kommt.
Soll der Agent direkt in Produktion gehen? Wer entscheidet das, auf Basis welcher Kriterien? Wer ist im laufenden Betrieb verantwortlich? Was passiert wenn der Agent einen Fehler macht?
Diese Fragen klingen selbstverständlich. Aber sie werden überraschend selten vor dem Start beantwortet. Das führt dazu, dass ein erfolgreicher Pilot in der Schublade landet, weil niemand die nächste Entscheidung trifft.
Die Lösung: Vor dem Pilot definieren, was danach passiert. Nicht im Detail - aber zumindest: wer entscheidet, ob der Agent in Produktion geht, und was die Mindestkriterien dafür sind.
Die meisten KI-Piloten scheitern nicht an der Technologie. Sie scheitern an Entscheidungen, die vor dem Start getroffen – oder nicht getroffen – wurden.
Was diese drei Fehler gemeinsam haben
Sie sind alle keine technischen Probleme. Sie sind Planungs- und Kommunikationsprobleme. Und sie entstehen fast immer, wenn ein Projekt startet bevor die richtigen Fragen gestellt wurden.
Die gute Nachricht: Sie lassen sich alle vermeiden. Nicht durch bessere Technologie, sondern durch einen besseren Start.